Der Begriff JuJutsu:
„Ju“ bedeutet nachgeben oder ausweichen
„Jutsu“ bedeutet Kunst oder Kunstgriff
Ju-Jutsu ist also wörtlich die Kunst, durch nachgeben bzw. ausweichen mit der Kraft des Angreifers zu siegen.
Falls erforderlich, kann ein Angriff jedoch auch in direkter Form mit „Atemi-Techniken“ (Schlag-, Tritt- und Blocktechniken) abgewehrt werden. Alle Angriffe werden in harter oder weicher Form nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit genutzt. Die freie Übersetzung von Ju erfolgt somit besser mit „flexibel“, Ju-Jutsu ist die Kunst, flexibel und vielseitig auf einen Angriff zu reagieren.
Die Geschichte des JuJutsu:
JuJutsu hat seine Wurzeln im Jiu-Jitsu.
Jiu-Jitsu war eine Kampfkunst der Samurai, die einen Weg suchten, den Kampf auch nach verlorener Waffe noch fortführen zu können.
Durch Seefahrer wurde das Jiu-Jitsu um die Jahrhundertwende mit Ringergriffen und Boxschlägen vermengt und nach Europa „importiert“.
Dieses Jiu-Jitsu wurde von Erich Rahn 1906 in Deutschland eingeführt, als er in Berlin die erste Jiu-Jitsu-Schule gründete.
1922 folgten u.a. die Altmeister Alfred Rhode in in Frankfurt/ Main und Otto Schmelzeisen in Wiesbaden mit Vereinsgründungen. Sie waren die deutschen Pioniere des JuJutsu und Judo.
1945 wurde das Jiu-Jitsu nach einem einheitlichen Konzept in Ju-Jutsu umbenannt.
Hochgraduierte Dan-Träger wurden 1967 damit beauftragt, die Voraussetzungen für eine effektive, moderne Selbstverteidigung zu erarbeiten. Das ist unter der Federführung von Fanz-Josef-Gresch und Werner Heim gelungen. Auftraggeber war das Bundesinnenministerium, das für Polizei, Zoll, Justiz und Streitkräfte ein effektives, stiloffenes und stilübergreifendes System der waffenlosen Selbstverteidigung suchte.
1969 wurde das aus dem Konzept entstandene, überarbeitete Programm offiziell eingeführt.
Ursprünglich war das JuJutsu ebenso wie Karate eine Untergruppe im Deutschen Judo Bund. Seit Anfang der 90er Jahre ist JuJutsu in einem eigenem Verband, dem Deutschem JuJutsu Verband e.V. (DJJV e.V.) organisiert. Der DJJV e.V. ist Mitglied im Deutschen Sportbund.
JuJutsu wird beim VfL Wolfsburg e.V. seit 1993 angeboten.
Heute ist JuJutsu ein dienstliches Pflichtfach der Polizei der Länder, des Bundesgrenzschutzes und der Justizbehörden.
Im Jahr 2000 wurde das bestehende System durch Elemente des Ringen, Thaiboxen und Stocktechniken erweitert.
Buchempfehlung:
Das "Ju-Jutsu 1x1"
ISBN: 978-3-00-026392-7
Herausgegeben vom Deutschen Ju-Jutsu-Verband e.V. (DJJV)
Das Buch behandelt u.a.:
Die Prüfungsordnung
Die Prüfungsprogramme vom 5 Kyu bis zum 5. Dan
Gewaltprävention
und die Geschichte und Erklärung des Ju-Jutsu
Die alte Frage: Wie sollte die Ausrüstung aussehen, die wir als Ju-Jutsuka benötigen:
1. Stock:
ca. 60cm lang.
ca. 2cm im Durchmesser.
Aus Holz oder Kunststoff (Achtung: Brüchige Materialien vermeiden).
Zum Schutz von Splitterwirkung evtl. mit einer Lage Klebeband umwickelt.
Auf einen sicheren Griff ist zu achten- am Besten rutschhemmende Klebebänder im Griffbereich anbringen!
2. Messer:
Holz- und Kunststoffmesser sind o.k.
Messer aus abgerundetem Aluminium auch.
Für Anfänger sicherer sind Gummimesser, die auch wirklich nachgeben, wenn man zustößt.
Solche Trainings-Gummimesser sind schon ab ca. 4,00€ zu haben.
Das unten zu sehende Messer ist ca. 23cm lang.
Bei Übungen für Fortgeschrittene sollten solche Gummimesser dann aber gegen feste Messer ausgetauscht werden. Gummimesser sind zwar sicher, lassen aber einige Entwaffnungsübungen nicht zu, da Sie sich wegbiegen (was bei einem echten Messer nicht passieren würde).